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In den letzten 3 Monaten hatten wir im Sozialen Netzwerk Lausitz viel zu tun.

Neben der alltäglichen Arbeit gab es 4 große Veranstaltungen vorzubereiten und durchzuführen.

Begonnen hat unser Veranstaltungsmarathon mit dem Komiker IllYoung Kim, der uns am 07. September in der Hafenstube in Weißwasser besuchte. Im Rahmen der Veranstaltungsserie „Raus aus der Deckung“ haben wir in diesem Jahr etwas Humor in die Region gebracht. Unter dem Motto #GesundLachen freuen uns sehr, Star-Komiker und Schauspieler IllYoung Kim für unsere Benefiz-Veranstaltung gewonnen zu haben. Der Kölner kam für einen Auftritt extra nach Weißwasser und zeigte mit seinem Programm direkt am Beispiel, dass Lachen gesund ist. Vorurteile, Ausgrenzungen und Scham begegneten dem Comedian oft in seinem Leben und er verarbeitet seine Erfahrungen mit Humor. Mit 120 Gästen war der Saal mehr als gut gefüllt und mit den vielen Lachern hat ihn IllYoung zum Beben gebracht. Ein urkomischer Abend!

Die nächste große Aktion war die Woche der seelischen Gesundheit, die vom 07. bis 11. Oktober mit insgesamt 15 kostenfreien Veranstaltungen in Weißwasser stattfand.

Fast jeder dritte Mensch leidet im Laufe seines Lebens an einer psychischen Erkrankung. Knapp 17 Prozent der Fehltage bei Berufstätigen gehen auf Erkrankungen der Seele zurück. Depressionen, Alkoholerkrankungen, bipolare Störungen und Schizophrenien gehören dabei zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland und nehmen einen immer größeren Anteil im Diagnose- und Behandlungsspektrum ein.

Konkrete Zahlen für den Landkreis Görlitz sind nur schwer auszumachen. Aber laut dem Gesundheitsreport der Betriebskrankenkassen lagen 2014 die Krankentage für Mitglieder mit psychischen Erkrankungen im Landkreis Görlitz noch bei bis zu 2 Tagen unter dem deutschlandweiten Durchschnitt. Im aktuellen Gesundheitsreport stieg diese Zahl vergleichsweise stark an. Im Landkreis Görlitz liegen die Krankschreibungen aufgrund einer psychischen Störung nun bei 2 Fehltagen über dem deutschlandweiten Durchschnitt. Ein klares Indiz für den Anstieg der Betroffen und ein klares Indiz für die notwendig gewordene Intensivierung präventiver und unterstützender Maßnahmen.

Mit der bundesweiten Aktion „Woche der Seelischen Gesundheit“ – die jährlich rund um den Tag der internationalen Gesundheit am 10. Oktober stattfindet – wird über das Thema aufgeklärt. Verschiedene Veranstaltungsformate beschäftigen sich mit gesunder Ernährung, Bewegung und auch kreativen Techniken als Prävention zu psychischen Erkrankungen. Ziel aller Veranstaltungen ist es, über seelische Beschwerden aufzuklären, Hilfs- und Therapieangebote aufzuzeigen und die Diskussion anzuregen. Denn die Entstigmatisierung Betroffener schreitet nur langsam voran. Deshalb wirbt Gesundheitsminister Jens Spahn als Schirmherr der Aktionswoche für „…eine noch bessere, eine noch intensivere Kooperation der Akteure vor Ort…“.

Die Unterstützer der Aktionswoche in Weißwasser waren Impulsgeber, die mit ihren Angeboten Berührungsängste abzubauen versuchten, wofür wir uns bei allen Beteiligten recht herzlich bedanken möchten. Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten, mußten aber auch feststellen, dass der Name der Woche doch den ein oder anderen direkt abgeschreckt hat – denn das Thema psychische Erkrankung ist noch immer für viele ein TABU. Deshalb werden wir auch im nächsten Jahr die Aktionswoche mit spannenden Angeboten füllen. Ein kleiner Überblick über die diesjährige Aktion gibt das folgende Video:

Weitere Informationen zur Veranstaltungswoche sind unter www.gesundheit-vor-ort.org zu finden.

Weiter ging es mit der Auftaktveranstaltung unserer Selbsthilfe APP Mammut am 26. Oktober im Steinhaus Bautzen, die die KISS Landkreis Görlitz in Zusammenarbeit mit den KISS Aue und Bautzen / Hoyerswerda, sowie mit Unterstützung der AOK PLUS Sachsen und Thüringen und Time4Innovation in den letzten, 1,5 Jahren entwickelt und auf den Markt gebracht hat.

Die DIGITALISIERUNG – längst ist sie aus unserer Zeit nicht mehr weg zu denken und gilt auch in der Selbsthilfe als mögliche Ergänzung zum selbstbestimmten Austausch Betroffener von Angesicht zu Angesicht. Insbesondere im ländlichen Raum wird die Digitalisierung zukünftig eine Chance sein, Selbsthilfe jedem zugänglich machen zu können. Mit einer Podiumsdiskussion, bei der APP-Gegner Herr Fenske und APP-Befürworter Herr Iadorola miteinander ins Gespräch kamen, Herr Tschirch von der AOK, als Unterstützer der Projektes, Frau Thomas als Geschäftsführerin des Sozialen Netzwerk Lausitz und Frau Koch für die Landeskoordinierungstelle Selbsthilfe die Wichtigkeit der APP für die Selbsthilfe hervorhoben und auch Her Dinse, der als Mediensoziologe nochmal darauf hinwies, dass es eine Ergänzung zu bestehenden Angeboten und nicht als entweder oder zu verstehen ist, wurde die Veranstaltung eröffnet. Im Anschluß gab es verschiedene Workshops, bei denen die Teilnehmer, sich mit den neuen Medien vertraut machen konnten. Nach den Workshops und einem gesunden Mittagessen ging es in die Auswertungsrunde und zur Präsentation der APP. Hier wurden alle Möglichkeiten der APP erklärt und Live ein Chat initiiert. Die Beteiligten zeigten sich begeistern von der Idee und der Vielseitigkeit, und wir haben die Anregungen für eine Optimierung mit nach Hause genommen. Gespräche mit den Programmierern sind nun schon im Gange.

Vielen Dank den Kolleginnen der KISS Aue und Bautzen / Hoyerswerda, für die gute Zusammenarbeit und allen anderen Helfern und Unterstützern dieser Veranstaltung.

v.l. Herr Dinse / Herr Iadorola / Herr Michels, Moderator / Herr Fenske / Frau Thomas / Herr Tschirch / Frau Koch

Die 4. große Veranstaltung war die 5. Selbsthilfepreisverleihung der AOK PLUS Sachsen und Thüringen, des Landkreises Görlitz und der KISS Landkreis Görlitz. Zumeist im Verborgenen bringen die ca. 150 Selbsthilfegruppen im Landkreis Görlitz viel Kraft und Mühe auf, um sich gegenseitig beizustehen. Dies gilt es jährlich zu würdigen. Am 15. November haben sich ca. 130 Selbsthilfeaktive im Kulturzentrum Johanniskirche in Löbau eingefunden, um stellvertretend für viele andere 3 Einzelpersonen und 1 Selbsthilfegruppe für Ihr Engagement auszuzeichnen. Der Gruppenpreis stand in diesem Jahr unter dem Motto „kreative Selbsthilfe“. Als Gäste waren unter anderem Matthias Reuter (Sozialplaner Landkreis GR), Rahel Starke (Vertreterin der EUTB im Landkreis GR),  Frau Dr. Anke Schröder (Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz) und Frank Tschirch (Vertreter der Gemeinschaftsförderung der Selbsthilfe Sachsen) zu einem offenen Podiumsgespräch geladen. Das Publikum konnte im Vorfeld gezielt Fragen stellen, die dann im Gespräch beantwortet wurden. Eine bunte Mischung an Themen hat für einen sehr interessanten Austausch gesorgt. Neben den Auszeichnungen und dem Podiumsgespräch gab es musikalische Darbietungen von Tara Müller – einer 16-jähringen blinden Pianistin aus Dresden. Natürlich kam auch die Kulinarik nicht zu kurz. Denn beim ausgedehnten Imbiss sind viele Gespräche geführt worden. Auch wir nehmen die in oder andere Anregung für unsere Arbeit mit.

Vielen Dank nochmals allen Selbsthilfeaktiven, die die Wichtigkeit der Selbsthilfe immer wieder deutlich machen.

(v.links nach rechts: Uwe Mutschmann („Selbsthilfegruppe Null Promille“ Görlitz), Veronika Deckwart (Selbsthilfegruppe Sonnenblumenkreis, Ostritz), Rene Süßmann (Selbsthilfegruppe abstinent lebender Alkoholiker, Löbau), stellv. Doris Marx für Gabriele Klaus (Selbsthilfegruppe MS Zittau, Zittau)

Nun neigt sich das Jahr bald dem Ende – die Vorweihnachtszeit ist eingeläutet – und wir bereiten unsere diesjährig letzte Veranstaltung vor: Weihnachten nicht allein zu Haus.

Am 24.12. zwischen 14:00 und 17:00 Uhr können sich alle sich Alleinfühlenden mit uns im Treff am Park in Bad Muskau zu einem gemütlichen Nachmittag zusammenfinden. Wir werden selbst Glühwein machen und die Geschichte zu diesem weihnachtlichen Getränk kennenlernen. Wer gern den Weihnachtsnachmittag in Gesellschaft verbringen möchte, kann sich bis zum 15.12. bei uns anmelden (03576-218270).

Was es sonst noch Neues bei uns gibt, erfahren Sie im Jahresbericht 2019, den wir Anfang 2020 veröffentlichen werden.

Ihre KISS Landkreis Görlitz in Trägerschaft des Sozialen Netzwerk Lausitz gGmbH